Für die GbR zählt die ausdrücklich zugelassene Rechtsform
Ein kostenloses Privatgirokonto oder Solo-Selbstständigenkonto ist nicht automatisch für eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts geeignet. Das Konto muss für die GbR mit ihren Vertretungsregeln eröffnet werden. Die Gebührenfreiheit eines Einzelunternehmerangebots darf nicht auf mehrere Gesellschafter übertragen werden.
Gesellschaftskonto statt gemeinsames Privatkonto
Bei einem Konto für die GbR geht es um den Zahlungsverkehr der Gesellschaft: Kundenrechnungen, Lieferanten, Steuern und betriebliche Ausgaben. Ein privates Gemeinschaftskonto der beiden Gründer ist nicht automatisch dasselbe. Die Bank muss die Gesellschaft, ihre vertretungsberechtigten Personen und die erforderlichen Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten prüfen. Nach den gesetzlichen Regeln vertreten grundsätzlich alle Gesellschafter gemeinsam, soweit der Gesellschaftsvertrag nichts anderes vorsieht.
| Prüffrage | Bedeutung |
|---|---|
| Wird die GbR angenommen? | Ausdrückliche Rechtsformzulassung statt nur Freiberufler-/Einzelkonto |
| Wer darf eröffnen und verfügen? | Gesellschaftsvertrag, gesetzliche Vertretung und Bankvollmachten müssen zusammenpassen |
| Gibt es mehrere Nutzer? | Eigene Zugänge und Rechte statt gemeinsamer PIN |
| Was kosten Buchungen? | Eingänge und Ausgänge sowie enthaltene Freiposten prüfen |
| Wie endet eine Startaktion? | Regulärer Grundpreis nach den Freimonaten |
| Welche Nachweise sind nötig? | Gesellschaftsunterlagen, Identitäten und gegebenenfalls Registerangaben |
Beispiel FYRST BASE: Preis hängt von der Rechtsform ab
FYRST unterscheidet in der veröffentlichten Produktübersicht zwischen natürlichen Personen und unter anderem GbR-Kunden. Für die GbR wird BASE mit einer begrenzten kostenfreien Startphase und anschließend 6 Euro monatlich beschrieben. Enthalten sind nach der Übersicht 50 beleglose Buchungen pro Monat; weitere kosten jeweils 0,19 Euro. Diese GbR-Kondition ist nicht mit der dauerhaften 0-Euro-Grundgebühr für berechtigte natürliche Personen gleichzusetzen.
Bei 90 beleglosen Buchungen im Monat entstehen nach dieser Annahme 40 zusätzliche Buchungen zu 0,19 Euro, also 7,60 Euro. Mit 6 Euro regulärem Grundpreis ergibt das 13,60 Euro monatlich beziehungsweise 163,20 Euro für zwölf reguläre Monate. Eine kostenfreie Startphase und weitere Einzelentgelte sind in dieser Vergleichsrechnung nicht berücksichtigt.
Kontrollrechte wachsen mit der Gesellschaft
Wenn mehrere Gesellschafter Rechnungen bezahlen, sollten Zugriff und Freigabe getrennt werden können. Eine gemeinsame Anmeldung verhindert die klare Zuordnung von Aufträgen und kann den Sicherheitsbedingungen widersprechen. Prüfen Sie, ob das gewünschte Konto mehrere persönliche Nutzerzugänge, getrennte Karten oder ein Vier-Augen-Verfahren unterstützt. Ein kostenloses Einpersonenkonto wird durch die Weitergabe des Passworts nicht zum geeigneten Teamkonto.
Buchhaltung und Rücklagen mitplanen
Für die laufende Zusammenarbeit sind nachvollziehbare Verwendungszwecke, elektronische Auszüge und passende Exporte wichtig. Steuer- oder Umsatzsteuerrücklagen sollten nicht mit frei verfügbarem Gesellschaftsgeld verwechselt werden. Unterkonten können die Organisation erleichtern, ersetzen aber keine Buchführung. Für Bargeldbetriebe zählen zudem Einzahlorte und Kosten pro Einzahlung stärker als eine geringe Grundgebühr.
Im Einzelunternehmer-Vergleich gelten andere Annahmen. Wählen Sie im Geschäftskontorechner die tatsächliche Rechtsform, damit ein Solo-Angebot nicht als scheinbar günstiges GbR-Produkt erscheint.
Eine Gesellschaftsänderung betrifft auch das Konto
Tritt ein Gesellschafter ein oder aus, ändern sich möglicherweise Vertretung, wirtschaftlich berechtigte Personen und die Bankvollmachten. Die neue Vereinbarung sollte zeitnah gegenüber der Bank dokumentiert werden. Ein ausgeschiedener Gesellschafter darf nicht allein deshalb weiter online verfügen, weil sein bisheriger Zugang noch funktioniert. Umgekehrt braucht ein neuer berechtigter Nutzer einen persönlichen, ordnungsgemäß eingerichteten Zugang. Bei einer eingetragenen GbR müssen zudem die jeweils geforderten Registerdaten aktuell gehalten werden.
Freiposten mit dem tatsächlichen Zahlungsablauf zählen
Für die Buchungskalkulation zählen nicht bloß ausgestellte Rechnungen. Gehen 30 Kundenrechnungen ein und werden 25 betriebliche Zahlungen ausgeführt, sind bereits 55 Vorgänge möglich; weitere Lastschriften kommen gegebenenfalls hinzu. Ob alle diese Posten nach dem konkreten Konto gleich gezählt werden, ergibt sich aus dessen Preisdefinition. Eine Grenze von 50 Freiposten ist daher nicht automatisch ausreichend für 50 Kundenrechnungen plus beliebig viele Ausgaben.
Für die Auswahl eines kleineren Einzelbetriebs gelten die Einzelunternehmer-Regeln und für private Haushalte die Gemeinschaftskonto-Bedingungen jeweils anders. Die Rechtsform ist deshalb das erste Filterkriterium, nicht ein nachträglicher Zusatz unter einem besonders günstigen Privatpreis.
Fragen zu Girokonto für eine GbR: Rechtsform, Vertretung und Kosten prüfen
Darf eine GbR ein kostenloses Privatgirokonto verwenden?
Für ein GbR-Girokonto müssen geschäftliche Nutzung und die GbR als Kontoinhaber von der Bank akzeptiert sein. Ein Privat- oder Solo-Selbstständigenkonto ist nicht automatisch dafür geeignet.
Ist FYRST BASE für die GbR dauerhaft kostenlos?
FYRST BASE beschreibt für GbR eine begrenzte kostenfreie Startphase und danach 6 Euro monatlich. Die 0-Euro-Grundgebühr für berechtigte natürliche Personen ist ein anderes Preisszenario.
Wer unterschreibt den Girokonto-Antrag einer GbR?
Den GbR-Girokonto-Antrag unterschreiben die nach Gesetz und Gesellschaftsvertrag erforderlichen Vertreter. Ohne abweichende Regelung sind grundsätzlich alle Gesellschafter gemeinsam vertretungsbefugt.