Wann ist ein Girokonto wirklich kostenlos?
Ein kostenloses Girokonto verlangt keine monatliche Kontoführungsgebühr, wenn Sie die Bedingungen des Kontomodells erfüllen. Das kann ohne Geldeingang möglich sein oder beispielsweise von Alter, monatlichen Eingängen oder einem Mindestvermögen abhängen. Karten, Bargeldeinzahlungen, Überziehungen und einzelne Serviceleistungen können trotzdem Geld kosten. Vergleichen Sie deshalb nicht nur den Kontopreis, sondern Ihre gesamten typischen Bankkosten.
Kontoführung, Karten und Bargeld: Diese Kosten zählen
Mit einem Girokonto empfangen Sie Gehalt, Rente oder andere Zahlungen und begleichen Rechnungen. Überweisungen, Lastschriften und Daueraufträge gehören zum Zahlungsverkehr. Welche Vorgänge im Grundpreis enthalten sind, hängt vom konkreten Kontomodell ab. Eine Filialbank mit persönlichem Service kann anders abrechnen als eine Direktbank oder ein ausschließlich per App geführtes Konto.
| Kostenpunkt | Was Sie vergleichen sollten | Typische Entscheidung |
|---|---|---|
| Kontoführung | Grundpreis, Geldeingang, Altersgrenze, mögliche Befreiung | Erfüllen Sie die Bedingungen dauerhaft, auch bei einem Jobwechsel? |
| Debitkarte und girocard | Enthaltene Karte, monatlicher Zusatzpreis, Ersatzkarte | Welche Karten akzeptieren Ihre üblichen Geschäfte? |
| Kreditkarte | Jahresgebühr, Abrechnungsart und mögliche Zinsen | Brauchen Sie einen Kreditrahmen oder genügt eine Debitkarte? |
| Bargeld | Automatennetz, Mindestbetrag, Anzahl kostenloser Abhebungen und Einzahlungen | Passt die Versorgung zu Ihrem Wohnort und Reiseverhalten? |
| Fremdwährung | Kartenentgelt außerhalb des Euroraums und mögliche Betreiberentgelte | Wie häufig zahlen oder reisen Sie außerhalb der Eurozone? |
| Überziehung | Dispozins, geduldete Überziehung und individuelle Kreditentscheidung | Wie lange und wie häufig geraten Sie tatsächlich ins Minus? |
Rechnen Sie Zusatzpreise auf ein Jahr hoch. Ein ausdrücklich hypothetisches Beispiel: Kostet die Kontoführung 4,90 Euro im Monat und eine zusätzliche Karte 1,50 Euro, ergeben sich 76,80 Euro im Jahr. Ohne die Zusatzkarte wären es 58,80 Euro. Das Beispiel zeigt die Rechenmethode und ist kein konkretes Bankangebot.
Kostenloses Girokonto mit oder ohne Geldeingang
Ohne Mindestgeldeingang
Für ein Zweitkonto, unregelmäßige Einkünfte oder eine längere Ausbildung sind Konten interessant, deren Grundpreis nicht von einem monatlichen Eingang abhängt. Achten Sie auch hier auf den Preis der gewünschten Karte und die Bargeldbedingungen.
Mit monatlichem Eingang
Ein Konto kann bei einem bestimmten Geldeingang kostenlos sein und andernfalls einen Grundpreis kosten. Ein Gehaltseingang ist nicht immer dasselbe wie ein beliebiger Geldeingang. Eigenüberweisungen, Umbuchungen oder Einzahlungen können nach den Bedingungen ausgeschlossen sein.
Für junge Kunden
Einige Banken verzichten unter einer festgelegten Altersgrenze auf den Kontopreis. Das Ende der kostenlosen Phase ist wichtig: Prüfen Sie frühzeitig, ob anschließend ein Gehaltseingang oder ein anderes Kontomodell erforderlich ist.
Aktuell zeigt bereits der Vergleich weniger Bankmodelle, wie unterschiedlich die Voraussetzungen ausfallen: C24 Smart hat keine monatliche Kontoführungsgebühr; bei ING hängt die Gebührenbefreiung beim regulären Girokonto von 1.000 Euro monatlichem Geldeingang oder einem Alter unter 28 Jahren ab. Eine optionale ING girocard kostet gesondert. Die Commerzbank bietet für ihr GiroKonto eine andere Befreiungsregel über mindestens 50.000 Euro berücksichtigtes Vermögen. Ein pauschales Versprechen „bei allen Banken kostenlos mit Gehalt“ wäre deshalb falsch. Die jeweiligen Modellbedingungen stehen in den Anbieterartikeln und im Vergleich.
Welches Girokonto passt zu Ihrer Lebenssituation?
Ein kostenfreies Konto für eine Studentin muss andere Anforderungen erfüllen als das Haushaltskonto einer Familie oder das private Konto eines Selbstständigen. Die günstigste Lösung ergibt sich aus Ihren regelmäßigen Zahlungen und den tatsächlich benötigten Leistungen.
| Nutzung | Wichtige Anforderungen | Häufig übersehener Punkt |
|---|---|---|
| Gehaltskonto | Daueraufträge, Lastschriften, passende Karten und gute Erreichbarkeit | Was passiert bei Elternzeit, Arbeitslosigkeit oder geändertem Gehalt? |
| Zweitkonto | Keine unpassende Eingangsvoraussetzung, übersichtliche App | Ein zweites Konto ist nicht automatisch anonym. |
| Gemeinschaftskonto | Zwei Kontoinhaber, Karten für beide und klare Zugriffsrechte | Eine Kontovollmacht ersetzt keine gemeinsame Kontoinhaberschaft. |
| Schüler und Studenten | Altersgerechte Freigaben, Gebührenbefreiung und verlässliche Karten | Altersgrenzen und Bedingungen nach Ausbildungsende. |
| Selbstständige | Privat- und Geschäftszahlungen sauber trennen | Ein privates Girokonto darf nicht automatisch geschäftlich genutzt werden. |
| Reisen und Ausland | Geeignete Karten, Euro- und Fremdwährungsbedingungen | Fremdautomaten und Umrechnung am Terminal können extra kosten. |
Girocard, Debitkarte oder Kreditkarte?
Die girocard ist eine Debitkarte. Ebenso werden Zahlungen mit einer Visa-Debit- oder Mastercard-Debitkarte in der Regel zeitnah dem Konto belastet. Die Karten unterscheiden sich jedoch bei Akzeptanz, Einsatzmöglichkeiten und den Bedingungen der jeweiligen Bank. Die frühere Bezeichnung „EC-Karte“ ist im Alltag verbreitet, beschreibt das heutige Kartenangebot aber nicht genau.
Bei einer Kreditkarte mit monatlicher Gesamtabrechnung werden Umsätze zunächst gesammelt. Bei Teilzahlung können Zinsen anfallen. Die Debitkarte eines Girokontos ist deshalb nicht automatisch eine Kreditkarte mit Kreditrahmen. Prüfen Sie für Mietwagen oder Hotels, ob die konkrete Karte für die Kaution akzeptiert wird. Ein Kreditkartenlogo allein beantwortet diese Frage nicht.
Ein kostenloses Girokonto online eröffnen
- Kontonutzung festlegen: Einzel- oder Gemeinschaftskonto, regelmäßiger Eingang, gewünschte Karten, Bargeld und Filialservice bestimmen.
- Modell und Gebühren prüfen: Bedingungen für die kostenlose Kontoführung sowie Karten- und Bargeldkosten vergleichen.
- Antrag stellen: Persönliche Angaben, steuerliche Informationen und gegebenenfalls Angaben zum Beruf vollständig und zutreffend eingeben.
- Identität nachweisen: Das von der Bank angebotene Verfahren nutzen, zum Beispiel Videoidentifikation, eID oder Postident. Nicht jede Bank unterstützt alle Verfahren.
- Funktionen einrichten: Karten, Online-Banking, App und Freigabeverfahren aktivieren und bei einem Wechsel Zahlungen umstellen.
Die Bank entscheidet anhand ihrer Voraussetzungen, ob sie ein reguläres Girokonto eröffnet oder zusätzlich einen Dispokredit einräumt. Eine schnelle Onlinebeantragung ist keine Zusage für eine Eröffnung ohne Identitätsprüfung oder eine garantierte Annahme trotz negativer Bonitätsmerkmale. Ein Basiskonto folgt besonderen gesetzlichen Voraussetzungen; es ist nicht grundsätzlich kostenlos.
Girokonto wechseln: laufende Zahlungen zuerst umstellen
Erstellen Sie vor dem Wechsel eine Liste der regelmäßigen Zahlungseingänge, Lastschriften und Daueraufträge. Dazu zählen beispielsweise Arbeitgeber, Vermieter, Energieversorger, Versicherungen und Abonnements. Prüfen Sie auch Zahlungen, die nur einmal im Jahr stattfinden. Die gesetzliche Kontowechselhilfe und ein zusätzlicher digitaler Wechselservice der Bank sind nicht in jedem Detail dieselbe Leistung.
Lassen Sie das bisherige Konto erst schließen, wenn wichtige Eingänge und Abbuchungen auf dem neuen Konto funktionieren. Ein zeitweiser Parallelbetrieb kann Rücklastschriften und fehlgeleitete Zahlungen vermeiden. Klären Sie vorhandene Überziehungen und Kartenabrechnungen vorher. Ein Aktionsbonus sollte eine passende Kontowahl ergänzen und nicht die laufenden Kosten verdecken.
Was ein Zweitkonto für die Privatsphäre leisten kann
Ein separates Konto kann helfen, Ausgaben für Onlinekäufe, Reisen oder ein gemeinsames Haushaltsbudget von anderen Zahlungen zu trennen. So wird die eigene Finanzplanung übersichtlicher. Es verhindert aber keine gesetzlichen Identitätsprüfungen oder behördlichen Auskunftspflichten. Ebenso schützt eine zusätzliche Kontoverbindung nicht von selbst gegen Phishing oder unberechtigte Abbuchungen. Sichere Zugänge, Kartenlimits und regelmäßige Umsatzkontrollen bleiben wichtig.
Guthaben und Tagesgeld nicht verwechseln
Ein zusätzliches Tagesgeldkonto kann zum Girokonto gehören oder gesondert eröffnet werden. Dessen Verzinsung ist nicht automatisch der Zins auf dem laufenden Girokonto. Befristete Neukundenaktionen, Höchstbeträge und variable Anschlusszinsen gehören in einen eigenen Vergleich. Achten Sie außerdem darauf, ob mehrere Marken rechtlich zu derselben Bank gehören: Die gesetzliche Einlagensicherung gilt grundsätzlich pro Person und Bank, nicht für jedes einzelne Konto neu.
Für die Kontoentscheidung sollten Sie zuerst die Zahlungsfunktionen und laufenden Kosten bewerten. Ein vorübergehender Zinsvorteil gleicht ein dauerhaft unpassendes Karten- oder Gebührenmodell nicht zwangsläufig aus.
Girokonto-Anbieter und Kosten gezielt vergleichen
Die Anbieterübersicht hilft beim Einstieg in die Bankmodelle. Im Girokonto-Ratgeber finden Sie vertiefende Themen zu Kontoführung, Zielgruppen, Karten und Kontowechsel. Vergleichen Sie anschließend im Rechner mit den Anforderungen, die für Ihren Alltag wirklich zählen.






