Das Konto muss nicht mit dem Job verloren gehen
Arbeitslosigkeit und fehlendes Gehalt sind nicht gleichbedeutend mit fehlender Kontoberechtigung. Entscheidend ist, welche Preisbedingung Ihr Vertrag nennt und ob sie mit den tatsächlichen Eingängen noch erfüllt wird. Für ein neues Konto ohne Mindestgeldeingang muss kein früheres Gehalt künstlich nachgebildet werden.
Zuerst den bestehenden Kontovertrag prüfen
Wenn das bisherige Gehalt ausfällt, kann eine Befreiung von der Kontoführungsgebühr enden. Das passiert aber nicht bei jedem Konto automatisch: Manche Verträge verlangen lediglich einen Geldeingang, andere ein bestimmtes Gehalt, wieder andere keinen monatlichen Eingang. Prüfen Sie die aktuelle Vereinbarung und die Höhe erwarteter Leistungen, bevor Sie kündigen. Ein vorschnell geschlossenes Konto kann den Leistungsbeginn oder Lastschriften erschweren.
| Situation | Sinnvoller Schritt |
|---|---|
| Arbeitslosengeld ersetzt das Gehalt | Anrechenbarkeit und Betrag mit der konkreten Gebührenbedingung vergleichen |
| Die Schwelle wird unterschritten | Jahrespreis des bisherigen Kontos gegen eine bedingungsfreie Alternative rechnen |
| Ein Dispo ist offen | Rückzahlungsplan und Kontowechsel getrennt mit der Bank klären |
| Neuer Kontoantrag wird abgelehnt | Gesonderten Basiskonto-Antrag und gesetzliche Voraussetzungen prüfen |
| Neuer Job beginnt später | Konto nicht nur für eine Übergangsprämie auswählen |
Eine planbare Gebühr ist besser als ein falsches Gratisversprechen
4,90 Euro monatlich sind beispielsweise 58,80 Euro im Jahr. Ein neues Konto kann diesen Grundpreis vermeiden, aber zusätzliche Karten oder Bareinzahlungen kosten möglicherweise ebenfalls Geld. Vergleichen Sie das Konto für Ihre tatsächliche Situation während der Arbeitslosigkeit, nicht nur für das frühere Nettoentgelt. Bei einem kostenfreien Modell ohne Eingangsvoraussetzung bleibt die Grundgebühr auch in einem Monat ohne Zahlungseingang übersichtlich.
Bonität und Kredit sind gesonderte Entscheidungen
Eine Bank kann bei einem normalen Girokonto die Annahme und einen gewünschten Dispo prüfen. Daraus folgt weder, dass jeder Arbeitslose automatisch abgelehnt wird, noch ein Anspruch auf Kredit. Beim gesetzlich geregelten Basiskonto gelten andere Zugangsvoraussetzungen; der notwendige Zahlungsverkehr ist von einem Überziehungsrahmen zu trennen. Eine beworbene Kreditkarte kann ebenfalls eine eigene Bonitätsentscheidung erfordern.
Kontowechsel ohne Zahlungslücke organisieren
- Neues Konto erst nach bestätigter Eröffnung für Zahlungen verwenden.
- Leistungsstelle und spätere Arbeitgeber rechtzeitig über die neue IBAN informieren.
- Daueraufträge, Lastschriften und offene Kartenumsätze vollständig erfassen.
- Eine Überschneidungszeit einplanen und den Saldo beider Konten überwachen.
- Elektronische Auszüge sowie alte Vertragsunterlagen vor der Schließung sichern.
Ein automatischer Wechselservice kann helfen, nimmt Ihnen die Kontrolle der tatsächlich umgestellten Zahlungen aber nicht ab. Eine Lastschrift an die alte IBAN ist sonst trotz neu eröffnetem Konto gefährdet. Für die dauerhafte Auswahl eignet sich der Girokonto-Vergleich ohne Mindestgeldeingang.
Offener Dispo kann den Wechsel verzögern
Ein neues Guthabenkonto übernimmt einen bestehenden Dispokredit nicht automatisch. Bei einer Kündigung des bisherigen Vertrags kann die Rückführung des offenen Betrags erforderlich werden. Planen Sie deshalb die Schuldentilgung unabhängig vom neuen Kontopreis. Eine niedrigere Kontogebühr ist sinnvoll, wenn sie tatsächlich hilft; sie beseitigt aber nicht die Zinsen und Rückzahlungsverpflichtungen des alten Kontos. Bei anhaltenden Schwierigkeiten sollte frühzeitig eine anerkannte Schuldnerberatung einbezogen werden.
Nicht jede Eingangsänderung erfordert einen sofortigen Kontowechsel
Wenn das alte Konto auch mit der tatsächlichen Leistung kostenlos bleibt und alle benötigten Funktionen bietet, kann seine Fortführung die unkompliziertere Wahl sein. Liegt die Einnahme dagegen sicher unter der Grenze, ist die Jahresrechnung hilfreich. Ein nur einzelner entgeltpflichtiger Übergangsmonat ist anders zu bewerten als eine dauerhafte Gebühr über mehrere Jahre. Prüfen Sie daher die konkrete Dauer Ihrer erwarteten Situation, ohne auf eine unsichere zukünftige Gehaltszahlung zu bauen.
Für den Bezug von Leistungen nach dem SGB II kommen zusätzliche Nachweispflichten zu Einkommen und Konten hinzu. Wenn die Bank einen normalen Antrag ablehnt, erläutert der Ratgeber zu Bonität und Kontozugang die Abgrenzung zum Basiskonto. Die Auswahl sollte auf Zugang zu sicheren Zahlungen, nicht auf einen möglichst hohen Kreditrahmen ausgerichtet sein.
Fragen zu Arbeitslos und ein kostenloses Girokonto gesucht: Darauf kommt es an
Kann ich als Arbeitsloser ein kostenloses Girokonto eröffnen?
Arbeitslosigkeit schließt ein kostenloses Girokonto nicht generell aus. Es gelten die Annahme- und Preisbedingungen der Bank; ein Modell ohne vorausgesetztes Gehalt kann besser passen.
Muss meine Bank Arbeitslosengeld als Gehalt akzeptieren?
Arbeitslosengeld und ein ausdrücklich verlangter Gehaltseingang sind bei Girokonto-Gebühren nicht automatisch gleichgestellt. Maßgeblich ist die Zahlungsdefinition der konkreten Bank.
Ist ein Dispo für Arbeitslosengeld erforderlich?
Für Arbeitslosengeld und normalen gedeckten Zahlungsverkehr auf dem Girokonto ist kein Dispokredit erforderlich.