Ein Business-Girokonto mit 0 Euro Grundpreis ist vor allem für natürliche Personen erhältlich. Bei Firmen mit eigener Rechtsform und bei vielen Buchungen können andere Preise gelten. Die Auswahl beginnt daher mit Ihrer Rechtsform und dem tatsächlichen Zahlungsverkehr, nicht mit dem größten beworbenen Startbonus.
Zwei verschiedene Gratis-Modelle
| Angebot | Zielgruppe | Wichtige Grenze |
|---|---|---|
| FYRST BASE | 0 € Kontoführung für natürliche Personen | 50 freie beleglose Buchungen pro Monat, danach 0,19 € pro weiterer Buchung |
| FYRST BASE für juristische Personen | Kostenlose Startphase von 6 Monaten | Danach 6 € monatlich; keine dauerhafte Gratiszusage |
| N26 Business Standard | Selbstständige und Freelancer unter eigenem Namen | Virtuelle Karte inklusive, physische Karte optional; kein Firmenname als Kontoinhaber |
Was „Business“ nicht automatisch einschließt
Ein kostenloses Privatkonto darf nicht ohne Zustimmung der Bank für Geschäftseinnahmen genutzt werden. Bei einem geeigneten Geschäftskonto sind außerdem Lastschrifteinzug, zusätzliche Nutzer, Buchhaltungszugang und Bargeldeinzahlungen getrennte Funktionen. Eine normale SEPA-Lastschrift, mit der Ihr Telefonanbieter Geld abbucht, ist etwas anderes als der Einzug eigener Kundenforderungen.
Für eine GmbH oder UG ist ein auf die Gesellschaft lautendes Konto wichtig. Ein ausschließlich auf den privaten Namen eines Gesellschafters geführtes Freelancer-Konto ist dafür keine passende Ersatzlösung. Vermeiden Sie gemischte Privat- und Firmenzahlungen, damit Belege und wirtschaftliche Zuordnung nachvollziehbar bleiben.
Beispiel für ein Konto mit freien Buchungsposten
Bei hypothetisch 120 beleglosen Buchungen im Monat und 50 Freiposten werden 70 zusätzliche Buchungen berechnet. Zu je 0,19 Euro sind das 13,30 Euro im Monat und 159,60 Euro jährlich. Dazu können weitere Leistungen kommen. Ein Konto mit kleinem Paketpreis und mehr inkludierten Transaktionen kann bei diesem Nutzungsprofil günstiger sein.
Zählen Sie dafür mindestens einen typischen Monat vollständig: Kundengutschriften, Überweisungen, Lastschriften und andere im Preisverzeichnis als Buchungsposten definierte Vorgänge. Die Zahl Ihrer Ausgangsrechnungen allein bildet den Kontoverkehr nicht ab.
Geschäftskonto passend statt nur gratis auswählen
Für einen digitalen Freiberufler zählen andere Funktionen als für einen Laden mit täglichen Bareinnahmen. Halten Sie in einer kurzen Liste fest, welche Rechtsform beantragt, wer verfügen und welche Software zugreifen soll. Im Geschäftskontovergleich können Sie anschließend genau diese passende Produktgruppe auswählen.
Geschäftskonten vergleichen
Drei betriebliche Nutzungsprofile unterscheiden
Ein Freiberufler mit wenigen Rechnungen, ein Onlinehändler mit vielen Transaktionen und ein Laden mit täglicher Bareinzahlung benötigen nicht denselben Umfang. Für den Freiberufler kann ein Grundmodell mit wenigen Zusatzkosten ausreichen. Für den Händler werden Buchungsposten und Schnittstellen entscheidend. Beim Laden ist der Einzahlweg häufig wichtiger als der beworbene monatliche Grundpreis.
Erstellen Sie für jedes Profil eine vollständige Monatsliste. Dazu gehören nicht nur Kundengutschriften, sondern auch Lieferanten, Steuerzahlungen, Versicherungen, Kartenumsätze und weitere im Preisverzeichnis gezählte Vorgänge. Bei saisonalem Geschäft sollte zusätzlich ein umsatzstarker Monat berücksichtigt werden.
Berechtigungen und Buchhaltung vor dem Antrag festlegen
Ein zusätzlicher Buchhaltungszugriff ist nicht automatisch ein zweiter vollständiger Nutzer. Klären Sie, wer Zahlungen vorbereiten, freigeben oder nur Auszüge lesen darf. Für ein Unternehmen mit mehreren Verantwortlichen kann eine individuelle Freigaberegel entscheidend sein. Teilen Sie dafür nicht einfach einen einzigen Onlinebankingzugang.
Prüfen Sie den Export für die tatsächlich verwendete Buchhaltungssoftware. Ein PDF-Auszug, ein CSV-Download und eine automatisierte Schnittstelle lösen verschiedene Aufgaben. Wenn eine automatische Zuordnung fehlt, kann ein günstiger Grundpreis später mehr manuellen Arbeitsaufwand verursachen.
Guthaben und betriebliche Rücklagen getrennt kalkulieren
Ein Zahlungseingang ist noch kein frei verfügbares Einkommen. Lieferantenforderungen, Steuern und spätere Rückerstattungen müssen gedeckt bleiben. Legen Sie die erforderliche Zahlungsreserve fest, bevor Sie Überschüsse auf andere Produkte übertragen. Bei einem Anbieter ohne eigene Banklizenz muss außerdem der Schutz der verwahrten Gelder anders geprüft werden als bei einer klassischen Bankeinlage.
Saisongeschäft mit einem starken Monat durchrechnen
Ein durchschnittlicher Monat kann die nötige Leistungsstufe unterschätzen, wenn das Geschäft saisonal stark schwankt. Prüfen Sie zusätzlich den Monat mit den meisten erwarteten Buchungen und Bareinzahlungen. Eine zusätzliche Nutzerfreigabe oder eine Schnittstelle kann dabei unabhängig von der Vorgangszahl Geld kosten.
Auch eine kostenlose Startphase sollte mit einem normalen Folgejahr ergänzt werden. Bei einer Gesellschaft, die nach sechs Monaten 6 Euro monatlich bezahlt, entsteht nach Ende der Gratisphase ein anderer Jahrespreis als bei einer dauerhaft grundpreisfreien natürlichen Person. Eine gleiche Produktmarke garantiert deshalb keine gleiche Kostenrechnung für alle Rechtsformen.
Fragen zu Business-Girokonto ohne Grundpreis vergleichen
Sind kostenlose Business-Girokonten für jede Rechtsform geeignet?
Kostenlose Business-Girokonten eignen sich nicht für jede Rechtsform. Gebührenbefreiung und Annahme sind anbieterabhängig; ein Angebot für selbstständige natürliche Personen passt nicht automatisch zu einer GmbH oder UG.
Kann ein 0-Euro-Geschäftskonto trotzdem Buchungskosten verursachen?
Ein Geschäftskonto mit 0 Euro Grundpreis kann trotzdem Buchungskosten verursachen. Nach einem monatlichen Freikontingent können beispielsweise Entgelte pro Buchungsposten anfallen.
Ist N26 Business ein Firmenkonto unter beliebigem Unternehmensnamen?
N26 Business Standard richtet sich an Selbstständige und Freelancer, die unter eigenem Namen arbeiten. Das Geschäftskonto lässt sich nicht beliebig für eine Gesellschaft unter deren Firmennamen eröffnen.