Volksbank ist keine bundesweite Preisliste

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken bilden eine genossenschaftliche Bankengruppe, bieten aber keine einheitliche kostenlose Kontovariante an. Für Ihre Kosten zählen die konkrete Bank und der vereinbarte Tarif. Niedriger Grundpreis, kostenlose Karten und Buchungsposten müssen zusammen betrachtet werden.

Vier Bausteine entscheiden über den Jahrespreis

Viele Regionalbanken bieten mehrere Modelle an: ein digitales Konto, ein Paket mit mehr persönlichem Service und Angebote für jüngere Kunden. Die Modelle unterscheiden sich häufig nicht nur im Grundpreis, sondern auch bei einzelnen Buchungen. Eine günstige Basisvariante kann durch zahlreiche Lastschriften und Kartenzahlungen teurer werden als ein Paket mit höherer Pauschale.

PreisbausteinWas Sie vergleichen sollten
GrundpreisMonatspreis einschließlich möglicher Gehalts- und Altersbedingungen
BuchungspostenLastschriften, Gutschriften, Kartenumsätze sowie Online- und Papieraufträge
Kartengirocard, internationale Debitkarte und Kreditkarte jeweils separat
ServiceEinzahlungen, Schalter, Münzen und Auftragsfreigabe
MitgliedschaftErforderliche Anteile, Rückzahlung und mögliche Rabatte getrennt vom Kontopreis

Ein aktuelles Beispiel aus Mittelhessen

Die Volksbank Mittelhessen zeigt, warum alte Pauschalaussagen problematisch sind. Dort kostet das Volksbank Konto mit Online-Paket aktuell insgesamt ab 1 Euro im Monat bei mindestens 500 Euro Gehaltseingang; bei weniger Gehalt kommt ein Aufpreis hinzu. Für Volljährige unter 28 gibt es eine gesonderte digitale 0-Euro-Variante. Diese Unterschiede sind konkreter als die Behauptung, ein Volksbankkonto sei grundsätzlich kostenlos oder grundsätzlich teuer.

Die Konditionen der Volksbank Mittelhessen sind ein Beispiel, keine Empfehlung für jede Region. Andere Institute können eigene Grenzen, Mitgliedervergünstigungen oder kostenlose Modelle haben. Der Bankname muss deshalb im Angebot genau dem Institut entsprechen, bei dem Sie tatsächlich eröffnen möchten.

Buchungspreise mit den eigenen Umsätzen nachrechnen

Angenommen, ein Tarif verlangt 2 Euro Grundpreis und 0,20 Euro pro entgeltpflichtigem Buchungsposten. Bei 50 solchen Posten wären das 12 Euro pro Monat und 144 Euro pro Jahr, vor Kartenentgelten. Das ist eine frei gewählte Rechenannahme und kein Preis einer bestimmten Volksbank. Sie macht sichtbar, weshalb Kontoauszüge der letzten Monate eine bessere Grundlage liefern als der beworbene Grundpreis allein.

Konto und Genossenschaftsanteile sauber trennen

Mit einer Mitgliedschaft können Stimmrechte und gegebenenfalls eine Dividende verbunden sein. Ein solcher Anteil ist aber keine garantierte jährliche Erstattung Ihrer Kontokosten. Vor einer Eröffnung sollten erforderliche Beteiligung, Mindestanzahl der Anteile und Fristen bekannt sein. Für den Kontovergleich zählen daneben unverändert Bargeldnähe, TAN-Verfahren und Kartenakzeptanz. Einen überregionalen Gegencheck ermöglicht der Girokonto-Vergleich.

Zwei Kunden können beim selben Institut zu verschiedenen Ergebnissen kommen

Ein Kunde mit wenigen Zahlungsvorgängen kann bei einem Einzelpreismodell günstig bleiben. Ein Haushalt mit vielen Kartenzahlungen, Lastschriften und Eingängen erreicht dagegen schnell einen höheren Betrag. Nutzen beide die gleiche Bank, sind unterschiedliche Kontopakete trotzdem plausibel. Ein Vergleich darf nicht stillschweigend für beide die günstigste Eigenschaft verschiedener Modelle zusammenstellen. Die tatsächlich miteinander kombinierbaren Leistungen des einzelnen Vertrags sind die Grundlage.

Mitgliedervergünstigung und persönliche Beratung bewerten

Eine Mitgliedschaft kann einen speziellen Rabatt ermöglichen; dafür müssen aber die echte Beteiligung, mögliche Zusatzbedingungen und Kündigungsfristen bekannt sein. Eine erwartete Dividende ist keine feste Gebührenrückzahlung. Persönliche Beratung ist ebenfalls ein eigener Nutzen, der nur dann den höheren Gesamtpreis rechtfertigt, wenn er gebraucht wird. Prüfen Sie etwa, wie häufig Sie Kassenleistungen oder nichtdigitalen Zahlungsverkehr nutzen und ob diese im gewählten Paket enthalten sind.

Die unterschiedliche Struktur lässt sich mit den Mittelhessen-Paketen konkret nachvollziehen. Zur Bargeldfrage passt der Einzahlungs-Ratgeber: Ein erreichbarer Bankautomat kann für Auszahlungen geeignet sein, ohne Ihre gewünschte Einzahlung anzunehmen. Bei der Bankwahl sollte genau der benötigte Vorgang betrachtet werden.

MeinPlus-Cashback zum Volksbank-Girokonto

MeinPlus bietet Kunden und Mitgliedern teilnehmender Volksbanken und Raiffeisenbanken Rückvergütungen bei ausgewählten Partnern. Nach Anmeldung mit den VR-Zugangsdaten sehen Sie die verfügbaren Angebote; das gesammelte Cashback landet im persönlichen Wallet und kann auf das eigene Konto ausgezahlt werden. Die Höhe steht beim jeweiligen Partner. Ein fester Prozentsatz für alle Zahlungen oder die Teilnahme jeder Volksbank ist damit nicht verbunden.

Eine Girokonto-Empfehlungsprämie ist davon unabhängig. Manche regionalen Banken vergüten nur den bestehenden Werber, andere zusätzlich den Neukunden. Die 50 Euro der Volksbank Mittelhessen sind beispielsweise eine Werberprämie. Für einen fairen Kontovergleich sollten Sie eine Auszahlung nur dann berücksichtigen, wenn Ihre örtliche Bank, Ihr Kontomodell und der tatsächlich verwendete Eröffnungsweg ausdrücklich teilnehmen.

Fragen zu Volksbank und VR-Bank: Welches Girokonto ist wirklich kostenlos?

Gibt es ein bundesweit gleiches kostenloses Volksbank Girokonto?

Volksbanken, Raiffeisenbanken und VR-Banken sind eigenständige Institute mit eigenen Girokontomodellen. Es gibt keinen bundesweit einheitlichen kostenlosen Volksbanktarif.

Macht eine Volksbank-Mitgliedschaft das Girokonto automatisch gratis?

Eine Volksbank-Mitgliedschaft macht nicht jedes Girokonto automatisch kostenlos. Die konkrete Bank muss einen entsprechenden Rabatt im gewählten Tarif vorsehen.

Warum können Buchungsposten beim Volksbankkonto teuer werden?

Bei einem Volksbank-Girokonto mit Einzelpreisen steigt das Entgelt mit den bepreisten Lastschriften, Gutschriften oder Kartenumsätzen. Ein höherer Pauschalpreis kann bei vielen Vorgängen günstiger sein.