Tomorrow verbindet mobiles Girokonto-Banking mit einem nachhaltigen Schwerpunkt. Das Hamburger Unternehmen stellt die App und zusätzliche Leistungen bereit; das Bankkonto und die Visa Debitkarte werden über die Solaris SE geführt. Für neue Konten stehen Now, Change und Plus zur Auswahl. Die Unterschiede betreffen vor allem Grundgebühr, Bargeld, Unterkonten, gemeinsame Nutzung und Versicherungen. Das teuerste Modell ist deshalb nicht automatisch die passende Wahl für jemanden, der vor allem ein einfaches Gehaltskonto benötigt.

Tomorrow Now, Change und Plus im November 2026

KontomodellMonatlicher PreisWichtige enthaltene Leistungen
NowAb 0 Euro mit Pay What You Want für unter 21-Jährige oder bei 500 Euro monatlichem Geldeingang; sonst regulär 4,90 EuroVisa Debitkarte, zusätzliche virtuelle Karte, eine kostenfreie Abhebung im Inland, zwei Pockets und ein Zins-Pocket
Change8,90 EuroFünf kostenfreie Abhebungen im Inland, sechs Pockets, gemeinsames Konto und Reise-/Freizeitschutz
Plus17,90 EuroUnbegrenzt kostenfreie Abhebungen nach Bedingungen, unbegrenzte Zins-Pockets und erweiterte Versicherungen

Alle drei Modelle enthalten eine Visa Debitkarte. Bei Now ist die kostenlose Kontoführung an die genannten Voraussetzungen und die Auswahl des entsprechenden Preises gebunden. „Ab 0 Euro“ bedeutet daher nicht, dass jede Person unabhängig von Alter oder Geldeingang automatisch dauerhaft nichts bezahlt. Für ältere Vertragsgenerationen können andere Preise und Leistungsumfänge gelten.

Für wen sich das Tomorrow Now Konto eignet

Now ist der Einstieg für Menschen, die Zahlungen vor allem per Smartphone oder Debitkarte erledigen und nur selten am Automaten Geld benötigen. Die Unterkonten können kleinere Rücklagen und Sparziele voneinander trennen. Die App ordnet Ausgaben Kategorien zu und erleichtert so die Kontrolle über den Monatsverbrauch. Eine ausführliche eigene Haushaltsrechnung ersetzt diese Übersicht nicht, insbesondere wenn daneben noch andere Konten oder Kreditkarten genutzt werden.

Wer die kostenlose Variante nutzen möchte, sollte Geldeingänge und den gewählten Pay-What-You-Want-Preis regelmäßig im Blick behalten. Ein schwankender Zahlungseingang kann andere Kosten auslösen als ein dauerhaft erreichter monatlicher Eingang. Bei einem Kontowechsel sollten Gehalt, Lastschriften und Daueraufträge deshalb geplant umgestellt werden. Hinweise zum Ablauf finden Sie im Ratgeber zum Girokontowechsel.

Bargeld und Fremdwährung können den Preis verändern

Nach dem jeweiligen Freikontingent kostet eine Automatenabhebung 3 Euro. Wer mit Now jeden Monat dreimal in Deutschland Bargeld abhebt, zahlt daher für zwei Vorgänge zusammen 6 Euro zusätzlich. Bei Change wären diese drei Vorgänge vom Kontingent abgedeckt. Allerdings beträgt die Grundgebühr von Change bereits 8,90 Euro im Monat: Nur wegen dieser zwei Abhebungen ist ein Upgrade nicht zwangsläufig günstiger.

Now berechnet bei Fremdwährungsnutzung eine Gebühr von 2 %. Change und Plus verzichten auf dieses zusätzliche Tomorrow-Entgelt bei entsprechenden Kartenumsätzen und Abhebungen nach ihren Bedingungen. Automatenbetreiber können dennoch eigene Gebühren anzeigen. Bareinzahlungen sind per App-Barcode in Partnergeschäften möglich und kosten bei den aktuellen Modellen 1,5 % des Betrags. Eine Einzahlung von 200 Euro verursacht damit 3 Euro Gebühren. Häufige Bargeldeinnahmen sollten deshalb vor der Kontoeröffnung konkret durchgerechnet werden.

Change für gemeinsame Ausgaben, Plus für mehr Reiseleistungen

Change erlaubt ein zusätzliches gemeinsam genutztes Konto mit eigener IBAN und je einer ersten kostenlosen Karte für beide Beteiligten. Rechtlich bleibt dabei eine Person Kontoinhaber; die eingeladene Person erhält eine Vollmacht. Das unterscheidet sich von einem klassischen Oder-Gemeinschaftskonto mit zwei gleichberechtigten Inhabern. Besprechen Sie daher, wem das eingezahlte Guthaben gehört und was bei einer Trennung oder dem Ende der Vollmacht passiert.

Der Reise- und Freizeitschutz von Change umfasst unter anderem Auslandskranken-, Notfall- und Ticketleistungen. Plus erweitert das Paket beispielsweise um Reiserücktritt, Reisegepäck und Handydiebstahl. Dafür liegt der reguläre Jahresgrundpreis rechnerisch bei 214,80 Euro statt 106,80 Euro für Change. Vergleichen Sie den Mehrpreis mit Ihrem tatsächlichen Versicherungsbedarf und bestehenden Policen; eine Produktüberschrift ist keine vollständige Beschreibung des versicherten Schadens.

Nachhaltigkeit und Tagesgeld getrennt beurteilen

Tomorrow arbeitet mit Ausschlusskriterien für die Verwendung der Kundeneinlagen und verbindet Kartenzahlungen mit einem Beitrag zu Klimaschutzprojekten. Das optionale Aufrunden von Zahlungen ist davon zu unterscheiden: Dabei wird zusätzliches eigenes Geld gespendet. Im Plus-Modell fällt der Klimaschutzbeitrag aus Kartenzahlungen höher aus. Die Entscheidung für ein solches Kontomodell sollte sowohl die gewünschte Wirkung als auch die laufenden Gebühren berücksichtigen.

Neukunden, die ab dem 1. November 2026 ein Tomorrow Girokonto und ein Tagesgeldkonto eröffnen und die Teilnahmebedingungen erfüllen, erhalten 3,10 % p. a. für die ersten 90 Tage auf bis zu 50.000 Euro. Danach gelten derzeit variable Zinsen von 0,75 % bei Now, 1,25 % bei Change und 1,75 % bei Plus. Die Tagesgeldaktion ist kein Zinsversprechen auf jedes Guthaben im normalen Zahlungskonto. Ein höherer Anschlusszins allein gleicht den höheren Abopreis außerdem nicht bei jeder Anlagesumme aus. Wer bereits vor dem 1. Juni 2026 Kunde war, sollte alte Change- oder Zero-Verträge nicht ungeprüft mit den neuen Angeboten gleichsetzen.

Change oder Plus: Wann zusätzliche Leistungen den Mehrpreis rechtfertigen

Plus kostet 9 Euro monatlich mehr als Change, auf zwölf Monate gerechnet also 108 Euro zusätzlich. Nach der Neukundenphase liegen zwischen den derzeitigen Tagesgeldzinsen von 1,25 und 1,75 Prozent genau 0,50 Prozentpunkte. Rein rechnerisch wären deshalb 21.600 Euro ganzjähriges Sparguthaben nötig, um den Aufpreis allein durch diesen Zinsunterschied auszugleichen. Steuern und mögliche Zinsänderungen sind dabei nicht berücksichtigt.

Bei kleineren Rücklagen müssen die zusätzlichen Versicherungen, Pockets oder Abhebungen den Mehrpreis aus Ihrer Sicht rechtfertigen. Prüfen Sie bei Reiseversicherungen auch die Voraussetzungen, Selbstbehalte und bereits vorhandene Policen. Ein günstigeres Konto plus bestehender Versicherung kann sinnvoller sein als doppelte Absicherung.

Tomorrow Dispo: individueller Zins und separate Kreditprüfung

Ein Dispokredit muss über die App bei Solaris beantragt und geprüft werden. Dazu gehören die Bonitätsprüfung und die Betrachtung der Kontobewegungen der vergangenen 90 Tage. Ein Girokonto allein sichert deshalb weder die Zusage eines Dispos noch eine bestimmte Kreditlinie. Den angebotenen Rahmen und den persönlichen, variablen Sollzins sehen Sie vor der Aktivierung in der App.

Zinsen entstehen erst bei Nutzung des eingeräumten Kredits und werden quartalsweise belastet. Als reine Rechenhilfe: Bei angenommenen 15 Prozent Jahreszins kosten 500 Euro für einen Monat 6,25 Euro, gerechnet als ein Zwölftel des Jahres. Das ist kein persönliches Zinsangebot. Je länger der Betrag im Minus bleibt, desto mehr belastet der Dispo das Haushaltsbudget; mit den Abogebühren von Change oder Plus werden diese Kreditkosten nicht abgegolten.

Tomorrow: Girokonto-Angebote

Fragen zu Tomorrow Girokonto

Wann ist das Tomorrow Now Girokonto kostenlos?

Now ist mit Pay What You Want ab 0 Euro monatlich möglich, wenn Sie unter 21 Jahre alt sind oder monatlich 500 Euro auf Ihr Tomorrow Konto eingehen. Der entsprechende Preis muss gewählt sein. Ohne erfüllte Voraussetzungen gilt grundsätzlich der reguläre Now-Preis von 4,90 Euro; besondere Bestands- oder Einladungskonditionen können abweichen.

Was unterscheidet Tomorrow Change von Tomorrow Plus?

Change kostet regulär 8,90 Euro im Monat und enthält unter anderem fünf kostenlose Abhebungen im Inland, sechs Pockets und Reise-/Freizeitschutz. Plus kostet 17,90 Euro und bietet nach seinen Bedingungen unbegrenzt kostenlose Abhebungen, unbegrenzte Zins-Pockets sowie zusätzliche Versicherungsleistungen.

Ist das gemeinsame Tomorrow Konto ein klassisches Gemeinschaftskonto?

Nein. Das gemeinsam nutzbare Tomorrow Konto hat eine Kontoinhaberin oder einen Kontoinhaber. Die eingeladene zweite Person verfügt über eine Vollmacht. Guthabeneigentum und Haftung unterscheiden sich dadurch von einem klassischen Konto mit zwei gleichberechtigten Inhabern.

Welche Einlagensicherung schützt das Tomorrow Girokonto?

Das Bankkonto wird bei der Solaris SE geführt. Für erstattungsfähige Einlagen gilt die deutsche gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Person bei Solaris. Weitere geschützte Konten derselben Person bei Solaris werden zusammengerechnet.

Gelten die neuen Tomorrow Plus Leistungen auch für alte Zero Konten?

Nicht automatisch. Bei vor dem 1. Juni 2026 eröffneten Konten bleiben zunächst die bisherigen Bedingungen bestehen. Neue Plus-Leistungen wie erweiterte Versicherungen sind damit nicht automatisch Bestandteil eines alten Zero-Vertrags. Ein Wechsel in ein neues Modell hat eigene Folgen.

Ist beim Tomorrow Girokonto automatisch ein Dispokredit enthalten?

Nein. Den Dispokredit beantragen Sie separat über die App bei Solaris. Eine Kreditprüfung entscheidet über die mögliche Zusage, den Rahmen und den persönlichen variablen Sollzins. Die monatliche Kontoführungsgebühr enthält keine Dispozinsen.

Rechnet sich Tomorrow Plus gegenüber Change allein wegen der höheren Tagesgeldzinsen?

Plus kostet regulär 108 Euro jährlich mehr. Bei einem unveränderten Zinsunterschied von 0,50 Prozentpunkten wären rechnerisch 21.600 Euro ganzjähriges Sparguthaben zum Ausgleich nötig, ohne Steuern. Weitere Plus-Leistungen und mögliche Zinsänderungen sind gesondert zu bewerten.