bunq ist eine niederländische Bank mit einem auf Smartphone-Banking ausgerichteten Kontosystem. Statt eines einzigen Girokontos bietet sie vier private Abos: Free, Core, Pro und Elite. Die wichtigsten Unterschiede liegen bei physischen Karten, Unterkonten, Bargeldgebühren und Reiseleistungen. Wer nur ein kostenloses digitales Konto sucht, muss dafür kein kostenpflichtiges Premium-Abo wählen. Wer regelmäßig eine Plastikkarte und Bargeld braucht, sollte die Folgekosten des Free-Modells dagegen ausdrücklich mitrechnen.

bunq Einlagensicherung und deutsche IBAN

Erstattungsfähiges Bankguthaben ist über die niederländische gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person bei bunq geschützt. Mehrere Pockets oder IBANs vervielfachen diese Grenze nicht. Neukunden mit deutscher Wohnadresse erhalten in allen vier Abos grundsätzlich eine deutsche IBAN. Die deutsche Kontonummer ändert nichts an der niederländischen Einlagensicherung.

Free, Core, Pro und Elite: Was kostet das bunq Girokonto?

Privates AboMonatlicher GrundpreisKarten und Konten
bunq Free0 EuroEine digitale Karte, drei Konten mit eigener IBAN
bunq Core3,99 EuroEine physische und eine digitale Karte, fünf Konten
bunq Pro9,99 EuroDrei physische und 25 digitale Karten, 25 Konten
bunq Elite18,99 EuroDrei physische und 25 digitale Karten, 25 Konten sowie zusätzliche Reiseleistungen

Die regulären Jahresgrundpreise betragen damit rechnerisch 47,88 Euro für Core, 119,88 Euro für Pro und 227,88 Euro für Elite. Hinzu kommen gegebenenfalls entgeltpflichtige Einzelvorgänge. Ein kostenloser Probemonat ist keine dauerhafte Gebührenbefreiung: Entscheidend ist, welches Abo nach der Testphase aktiv bleibt. Sonderkonditionen für bestimmte Kundengruppen müssen gesondert vereinbart sein.

Wann bunq Free als kostenloses Konto genügt

Free richtet sich vor allem an Menschen, die mit einer digitalen Karte und wenigen getrennten Geldtöpfen auskommen. Die drei Konten können beispielsweise laufende Zahlungen, eine Rücklage und ein persönliches Budget trennen. Eine eigene IBAN erleichtert die Zuordnung von Gutschriften und Lastschriften. Bei einem Sparkonto gelten jedoch andere Auszahlungsbedingungen als bei einem Zahlungskonto; dieselbe App macht die Produkte nicht identisch.

Vor einem Einsatz als einziges Alltagskonto sollte feststehen, dass das Smartphone für Zahlungen verfügbar und ausreichend geladen ist. Eine digitale Karte hilft an einer Kasse ohne geeignete kontaktlose Akzeptanz nicht weiter. Auch bei Bargeldbedarf unterwegs ist ein passender Automat erforderlich. Wer eine physische Karte als Reserve braucht, findet sie regulär ab Core; damit entsteht aber die entsprechende monatliche Grundgebühr.

Bargeld: bunq rechnet nach dem Abrechnungsmonat

Im Free-Abo kostet eine Automatenabhebung 2,99 Euro und setzt einen Automaten voraus, der Apple Pay beziehungsweise Google Pay unterstützt. Core berechnet für die ersten fünf Abhebungen je 0,99 Euro, danach 2,99 Euro. Bei Pro und Elite sind die ersten sechs Abhebungen enthalten; die nächsten fünf kosten jeweils 0,99 Euro, weitere jeweils 2,99 Euro. Fremde Automatenbetreiber können zusätzlich eigene Entgelte verlangen.

Die Kontingente beziehen sich auf Ihren persönlichen monatlichen Abrechnungszyklus, nicht zwingend auf den ersten bis letzten Kalendertag. Vier Abhebungen kosten im Free-Modell insgesamt 11,96 Euro. Bei Core ergeben vier solche Vorgänge 3,96 Euro zuzüglich 3,99 Euro Grundpreis, zusammen 7,95 Euro. Das Beispiel zeigt: Der niedrigste Abopreis ergibt nicht bei jeder Nutzung die niedrigsten Gesamtkosten.

Mehrere IBANs für Budgets und gemeinsame Ausgaben

Core erlaubt fünf Konten, Pro und Elite jeweils 25. Für kleine Haushalte reichen wenige klar benannte Budgets oft aus. Ein höheres Limit ist vor allem nützlich, wenn tatsächlich viele getrennte Zahlungsströme organisiert werden sollen. Ein zusätzliches Pocket ist keine zusätzliche Einlagensicherung und ersetzt auch keine saubere Dokumentation darüber, wem gemeinsam verwendetes Geld gehört.

Gemeinschaftskonten sind in den kostenpflichtigen Abos enthalten. Free kann nach den jeweiligen Bedingungen über die Einladung einer Person mit bezahltem Abo mitwirken. Vor der gemeinsamen Nutzung sollten beide Beteiligten die Inhaberrechte und die Zuordnung der Zahlungen verstehen. Allgemeine Unterschiede erklärt der Ratgeber zum Gemeinschaftskonto.

Reisen und Sparen: nicht nur auf den beworbenen Höchstzins schauen

Elite kombiniert das Konto mit Reiseversicherung und weiteren Reiseextras; Pro setzt stärker auf Budgetierung. Ob sich der Mehrpreis lohnt, hängt davon ab, ob Sie die Leistungen tatsächlich benötigen und bereits anderweitig abgesichert sind. Eine in der App angebotene Versicherung hat eigene Bedingungen, Ausschlüsse und Leistungsgrenzen. Für Kartenzahlungen in Fremdwährung gelten zudem die jeweils zum Abo gehörenden ZeroFX-Regeln.

Verzinst werden die dafür vorgesehenen Sparkonten, nicht automatisch jedes Guthaben des Zahlungskontos. Beachten Sie neben den Zinsen auch die Auszahlungsregeln des Sparkontos und die gemeinsame Sicherungsgrenze.

bunq Pro für Studierende: kostenlos bis zur Altersgrenze

Studierende mit Wohnsitz in Deutschland können bunq Pro für 0 Euro monatlich oder Elite für 9 Euro nutzen. Dafür müssen sie zwischen 18 und 25 Jahre alt sein und einen gültigen Hochschulnachweis einreichen. Der Nachweis wird jährlich erneut verlangt. Nach Anerkennung beginnt der Rabatt am ersten Tag des folgenden Kalendermonats; allein die Auswahl eines Abos aktiviert ihn noch nicht.

Mit Studienende oder dem 26. Geburtstag gelten wieder die regulären Preise: 9,99 Euro für Pro beziehungsweise 18,99 Euro für Elite. Das sind jährlich 119,88 beziehungsweise 227,88 Euro. Ein Studienabschluss sollte deshalb auch Anlass sein, das weiterhin benötigte Kontomodell zu prüfen. Weitere Unterschiede zwischen Altersvergünstigung und Immatrikulationspflicht erklärt der Studentenkonto-Ratgeber.

3,11 Prozent Sparzins: der persönliche Schwellenwert zählt

Die aktuellen Euro-Sparzinsen sind variabel und gelten insgesamt für höchstens 100.000 Euro. Wer jetzt erstmals bei bunq spart, erhält zunächst 3,11 Prozent p. a. bis zur nächsten Schwellenwertberechnung am 1. Januar 2027. Diese Berechnung erfolgt jedes Jahr am 1. Januar und 1. Juli anhand des höchsten Sparguthabens im zurückliegenden Halbjahr. Danach bleiben 3,11 Prozent für neues Guthaben oberhalb dieser persönlichen Schwelle möglich; der Bonus endet also nicht zwingend für jedes Guthaben am selben Datum.

Bis zur Schwelle werden die ersten 10.000 Euro derzeit mit 1,61 Prozent verzinst, darüberliegendes Guthaben mit 1,51 Prozent. Beispiel für 20.000 Euro Sparguthaben und eine Schwelle von 15.000 Euro:

TeilbetragZuordnungVariabler Jahreszins
10.000 EuroBis zur Schwelle, erste Zinsstufe1,61 %
5.000 EuroBis zur Schwelle, oberhalb von 10.000 Euro1,51 %
5.000 EuroOberhalb der persönlichen Schwelle3,11 %

Die Zinsen werden täglich berechnet und wöchentlich ausgezahlt. Ein neuer Höchststand beeinflusst die nächste Schwellenberechnung. Für die eigene Rücklage zählen daher der tatsächliche Schwellenwert und die variablen Sätze, nicht nur der größte Prozentwert in der Werbung.

bunq-Prämien: Glücksrad statt dauerhaftem Karten-Cashback

Das frühere bunq-Cashback wurde zum 7.12.2025 eingestellt. Auch das Sammeln neuer bunq Punkte ist ausgelaufen: Für Bestandskunden endete es am 13.4.2026, für später neu hinzugekommene Kunden greift das Nachfolgeprogramm. Bereits gesammelte Punkte können nach den Programmregeln noch bis 13.4.2027 genutzt werden. Eine alte Werbung für feste Cashback-Prozente ist deshalb keine verlässliche Beschreibung eines neu eröffneten Kontos.

Beim aktuellen Glücksrad können berechtigte private Kartenkunden ab 18 Jahren Drehungen für geeignete Zahlungen erhalten. Welche Einkäufe zählen, hängt vom Abo ab. Gewonnen werden können Geldbeträge oder andere Prämien; die Rückzahlung einer Kartenausgabe ist eine Gewinnchance und keine garantierte Erstattung. Für eine erfolgreich eingeladene Person nennt das Programm 100 zusätzliche Drehungen statt einer pauschal zugesagten Geldprämie.

bunq: Girokonto-Angebote

Fragen zu bunq Girokonto und Abos

Hat das kostenlose bunq Free Girokonto eine physische Karte?

Im regulären bunq Free-Abo ist eine digitale Karte enthalten. Eine physische Karte gehört regulär ab bunq Core zum Abo; Core kostet 3,99 Euro pro Monat. Vor einem Wechsel sollten deshalb Kartenbedarf und laufende Gebühren zusammen betrachtet werden.

Bekomme ich beim bunq Girokonto eine deutsche IBAN?

Neue bunq Kunden mit deutscher Wohnadresse erhalten nach Identifizierung und Annahme der Bedingungen eine deutsche IBAN. Das gilt für Free, Core, Pro und Elite. Die niederländische Einlagensicherung bleibt davon unberührt.

Wie teuer sind Bargeldabhebungen bei bunq Free und Core?

bunq Free berechnet 2,99 Euro je Automatenabhebung; dafür ist ein mit Apple Pay beziehungsweise Google Pay nutzbarer Automat erforderlich. Bei Core kosten die ersten fünf Abhebungen des Abrechnungsmonats je 0,99 Euro, weitere je 2,99 Euro. Fremde Automatenentgelte können hinzukommen.

Welche Einlagensicherung gilt für das bunq Girokonto?

Für erstattungsfähiges Guthaben bei bunq gilt die niederländische gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person und Bank. Alle geschützten Konten und Pockets derselben Person bei bunq werden für diese Grenze zusammengerechnet.

Sind bei bunq Pro und Elite unbegrenzt kostenlose Abhebungen enthalten?

Nein. Pro und Elite enthalten die ersten sechs Automatenabhebungen pro persönlichem monatlichem Abrechnungszyklus. Die nächsten fünf kosten je 0,99 Euro, weitere je 2,99 Euro. Zusätzlich können Automatenbetreiber eigene Gebühren berechnen.

Wann ist das bunq Pro Girokonto für Studenten kostenlos?

Studierende zwischen 18 und 25 Jahren mit anerkanntem Hochschulnachweis und passendem Wohnsitz können den Studierendenrabatt aktivieren. Nach Anerkennung gilt er ab dem nächsten Kalendermonat. Mit Studienende oder ab 26 kostet Pro regulär 9,99 Euro monatlich.

Gibt es beim bunq Girokonto dauerhaft 3,11 Prozent auf jedes Guthaben?

Nein. Der variable Zinssatz gilt für bestimmte Euro-Sparguthaben. Nach der ersten Schwellenwertberechnung erhalten Guthaben bis zur persönlichen Schwelle andere Zinsen; nur der darüberliegende Teil wird derzeit mit 3,11 Prozent verzinst. Das Zahlungskonto selbst ist davon zu unterscheiden.